Jedes Jahr dasselbe Spiel. Dem Jugendamt, ohnehin bei der Bewältigung der Aufgaben finanziell nicht auf Rosen gebettet, wird durch den Magistrat irgendein Sparziel aufgedrückt. Diesmal waren gleich drei Projekte betroffen, wobei in einem Fall mal ein menschlicher Fehler und keine Sparvorgabe zur Streichung von Mitteln führte. Insgesamt fehlen im aktuellen Haushaltsentwurf zzt. aber die Mittel für die Projekte:
- Girls only (2011 = 36.708,00 Euro ; 2012 = 0,00 Euro) – 36.708,00 Euro
- Jugendverbandsförderung (2011 = 70.290,00 Euro ; 2012 = 56.974,00 Euro) – 13.316,00 Euro
- Jugendcafe Treppenstrasse (2011 = 20.453,00 Euro ; 2012 = 10.000,00 Euro) – 10.453,00 Euro
Gestern haben nun die Mitglieder der Fachausschüsse des Jugendhilfeausschusses (einstimmig – sehr schön) die Kürzungen abgelehnt und sich auch nicht auf das Spiel eingelassen, anderen Projekten im Bereich der Kinder- und Jugendförderung zur Kompensation Geld weg zu nehmen. Das ist ein wichtiges Signal der Geschlossenheit, dass die Fachmenschen in den Ausschüssen sich finanztechnischem Druck nicht beugen. Alle waren und sind bereit ggf. über Sinn oder Unsinn einzelner Projekte zu diskutieren. Das muss fachlich immer möglich sein. Genauso aber wurde eine Streichung von Projekten aufgrund eines reinen fiskalischen Drucks abgelehnt. Dies gilt umso mehr, als der Magistrat bei der Finanzierung eigener Projekte immer wieder eine erstaunliche Kreativität an den Tag legt. Jetzt gilt es Magistrat und alle Fraktionen davon zu überzeugen, dass eine pauschale Kürzungsforderung nicht zu rechtfertigen ist. Mit der gestrigen einstimmigen Entscheidung ist dafür ein guter Anfang gemacht.