Da habe ich echt ‘ne Nummer gerissen. Die Kasseler Linke beantragt einen weiteren Akteneinsichtsausschuss zum Thema“Kosten der Unterkunft“. Wir wollen im Wesentlichen klären, wie viel Geld musste den betroffenen Menschen nachgezahlt werden und haben tatsächlich alle diese Nachzahlungen erhalten.
Logischerweise hat die große Koalition aus FDPCDUSPDGRÜNEN nicht ganz ein so aufklärerisches Interesse. Sei’s drum, wenn eine Fraktion, also unsere, den Antrag stellt, dann muss der Ausschuss gebildet werden. Freundlich wie immer hat das Stadtverordnetenbüro zunächst telefonisch den möglichen Sitzungstermin abgestimmt, die schriftliche Einladung erreichte mich pünktlich. Der Termin fand seinen angemessenen Platz in meinem Kalender. Allein, es ist mir gelungen, ihn zu vergessen. Das ist doppelt und dreifach ärgerlich
- wir haben den Ausschuss initiiert
- wir haben dort nur einen Sitz (komme ich vergesslicherweise nicht, kommt keiner)
- die anderen Ausschussmitglieder hätten auf diese Veranstaltung auch gerne verzichtet (immerhin kommen sie nur gezwungenermaßen zu diesem Termin ins Rathaus)
- wir konnten unsere Aktenwünsche im Ausschuss zunächst nicht einbringen
- es kommt auch zeitlich zu einer Verzögerung
Nicht gut. Aber, angesichts der Tatsache, dass das in sechs Jahren Mitgliedschaft in der Stadtverordnetenversammlung das erste und einzige (und hoffentlich auch letzte!!!!!) Mal war, auch nicht sooooo dramatisch. Eine mündliche Entschuldigung erfolgte, wie sich das gehört gegenüber dem Stadtverordnetenbüro. Dabei wurde ausdrücklich auch eine schriftliche in Aussicht gestellt. War ein Fehler, muss ich mich entschuldigen – is’ doch selbstverständlich.
Die SPD-Fraktion aber, die dem Ergebnis des Ausschusses wohl eher sorgenvoll entgegenblickt, geißelt uns nun allen Ernstes in einer Pressemitteilung. Warum die Damen und Herren der Sozialdemokratie diesen unbestreitbaren Fauxpas so hoch hängen, ist fast selbsterklärend. Denn die Ergebnisse der bisher von der Fraktion Kasseler Linke beantragten Akteneinsichtsauschüsse (Flughafenkosten, Hartz-IV-Betrug in Kassel) haben der Kasseler Sozialdemokratie jedenfalls nicht zu Ruhm und Ehre gereicht. Da ist man für eine kleine Ablehnung dankbar und hält das Gekeife via Pressemitteilung womöglich wirklich für Politik.
Also zur Klarstellung: die anderen KollegInnen in der Fraktion tragen nur insoweit Verantwortung für diesen Fauxpas soweit sie mich überhaupt in der Fraktion dulden und mir dort wiederum Verantwortung übertragen und Vertrauen schenken. In diesem Fettnapf steh’ ich also ganz allein und lass auch niemand anderes rein!!